Pakistan - von Darkut über den Ghamubar Pass nach Draskin im Thui Tal

Die 20 Tage Wanderung in der Region Ghizer im Norden von Pakistan.

3 Tage von Darkut über den Ghamubar Pass nach Draskin im Thui Tal.

Karte Ishkoman Tal bis Gazin Tal

Auf der Karte liegt Darkut in der Mitte am Ende der gelben Schotterstrße. Mit dieser Straße haben wir nichts zu tun, denken wir. Doch Hakim hatte in der Nacht noch Besuch vom Militär. Mit Einschalten von Adventure Tours Pakistan, die uns für diese Tour sonst nur ein wenig unterstützen, wird die Situation ein paar Stunden später geklärt. Wir haben zu der Zeit sogar schon einen Plan B mit Hakim ausgearbeitet. Die Sorgen von Militär und Polizei sind ausgeräumt, wir wandern weiter wie geplant.

12. August Darkut Ghasum Gunyar Ghamubar Base Camp

Nach dem Lunch um 12:30 Uhr können wir aufbrechen. Unsere Mannschaft besteht nun aus Hakim und Farassad wie gehabt sowie Alimjan, Akbarkhan und Fida-Muhammad mit 2 Eseln. Der Weg führt wieder durch Ghasum und dann das Ghamubar Tal hoch - Ghamubar heißt Gletschersee, an dem wir rechts vorbei ansteigen. Natürlich genießen wir hier bei einer Pause den Blick auf den nahen Gletscher mit seinen Zacken und Spalten.

Nach einer weiteren Pause gemeinsam mit Keksen gelangen wir nach 16 Uhr zum Gunyar Ghamubar Base Camp. Wir steigen direkt weiter hoch zu den zwei großen Wasserfällen. Tja, wären wir beisammen geblieben, hätten wir einige tolle Fotos und Filme mehr. Das Gegenlicht und später das letzte Licht auf den Wasserfällen mit Regenbogen werden in guter Erinnerung bleiben. Das Gelände muss allerdings vorsichtig begangen werden, besonders abwärts. Nach dem Abendessen wird wieder Musik gemacht. Tja, was fällt uns denn ein, was wir beitragen können? Wir wählen “Wie schön, dass du geboren bist” (Rolf Zuckowski) und “Denn wenn et Trömmelsche jeiht” (Räuber) und wären gern mit mehr Strophen und Liedern gerüstet, denn die Atmosphäre ist sehr schön.


Wir brechen heute nicht sehr früh auf. Der Aufstieg zum Ghamubar Pass führt in einiger Entfernung an den Wasserfällen vorbei - gut, gestern einmal nah dran gewesen zu sein. Am Base Camp der Tour mit Moritz im letzten Jahr machen wir Pause. Nach dem Passieren der Schneebrücke geht es an die Steigung. Die Porter mit den Eseln gehen geradeaus, Hakim und Farassad halten sich rechts, gehenalso schon steil aufwärts. In jedem Fall ist der Untergrund fest, aber nicht griffig. Es gibt nur wenige Pflanzen, die den Schritten Halt geben können, auch weiter oben keine größeren Steine oder Felsen. Es ist höchst mühselig, und Hakim ist nicht gut vorbereitet. Es gibt keinen sicheren Pfad, beim Queren und Steigen kann man ins Rutschen geraten. Harald wählt den Weg, der an den Felsen entlang geht. Hier sind nur einige Querungen unsicher, sonst kann man sich wenigstens festhalten. Hakim und Farassad bauen beim Gehen quasi den Pfad, was natürlich Zeit braucht. Die Porter, natürlich ohne die Esel, mühen sich ihrerseits die steile Flanke hoch. Oben auf dem Ghamubar Pass (4414 m) sind alle müde und erleichtert anzukommen.

13. August Gunyar Ghamubar Base Camp Ghamubar Pass Despar Gletscher Gohicho Kutu

Die ersten paar Hundert Höhenmeter werden im Geröll abgefahren. Dann gelangen wir an den Despar Gletscher, der in seiner Form von oben so beeindruckend ist. An ihm entlang geht es talabwärts, zuerst noch eine Pause auf dem Gletscher. Es kommen noch ein paar Stellen, bei denen Erosion Unsicherheit erzeugt. Hakim muss wieder Tritte als Pfad bauen. Als es besser wird, geht Hakim oberhalb auf der Moräne auf Hühnerjagd - erfolglos. Heute erreichen wir das Camp Gohicho Kutu erst um !9:30 Uhr. Das war ein gefährlicher und äußerst anstrengender Tag.


Zum Frühstück bekommen wir hier in Gohicho Kutu Holao, einen Weizenmehlbrei. Die Strecke führt, wenn man oben auf der Karte schauen möchte, weitgehend nach Süden nach Draskin, dem Ort am linken Arm der gelben Schotterstraße. Wir kommen an vielen Wasserfällen vorbei im Tal des Draskin Ghal, teilweise auf großen Steinblöcken und nicht so schnell wie gedacht bei so einer klaren Talführung.

14. August Gohicho Kutu Draskin

Erst weiter unten im Tal ist es wirklich ein Pfad. Bei unseren Pausen hören wir Donner, im Thui Tal hängen sehr dunkle Wolken. Über uns fällt kein Regen, wir kommen um 17:30 Uhr in den Ort und beginnen mit der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz. Hier in der Umgebung hat es vorher sehr starke Regenfälle gegeben. Strom und Mobilnetz sind ausgefallen. In anderen Regionen hat der Starkregen zu schweren Überschwemmungen und sogar Todesopfern geführt, auch im Daeen Tal bei Chatorkhand. Für unseren besten Zeltplatz muss eine Kuh auf eine andere Wiese geführt werden. Das ganze Dorf versammelt sich in unserer Nähe am Baum. Sehr spät essen wir Hühnchen Curry, und es regnet noch ein wenig.

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