Pakistan - von Draskin im Thui Tal über den Thui Pass ins Gazin Tal
5 Tage von Draskin im Thui Tal über den Thui Pass ins Gazin Tal und 2 Tage Fahrt über Chitral nach Islamabad.

Auf der Karte liegt Draskin am Ende des linken Arms der gelben Schotterstrße. Diese Straße ist offenbar auch vom Starkregen teilweise zerstört. Unsere Wanderung führt aber natürlich nicht Thui Tal abwärts sondern aufwärts. Akbarkhan und Fida-Muhammad nehmen trotzdem diese Richtung für den Heimweg. Alimjan bleibt bei uns und Nassir, Kumbar und Shahar-Khan sind in unserem Team auf dem Weg in Gazin Tal. Während alles gepackt und vorbereitet wird, chillen wir in der Vormittagssonne und haben viele Kinder um uns herum, die sehr interessiert auf das Solarpanel und seine jeweilige Ladeleistung schauen, ansonsten schön spielen und sich freuen.
15. August Draskin Thui Mushk
Mit 7,5 km einfachem Weg im Thui Tal sind wir nur zwei Stunden beschäftigt, kommen um 13 Uhr an. Auf dem Weg haben wir zwei ältere Überschwemmungsschäden gesehen. Unser Zelt stellen wir dieses Mal 5 min Gehweg entfernt von der Unterkunft des Teams auf. In der schönen Weidelandschaft mit ein paar großen Steinen und kleinen Bächen und Kanälen sowie einem Murmeltier am Hang genießen wir den Tag. Ein Schaf wird an uns vorbeigetragen - für unseren Verzehr. Im Haus unserer Gastgeber wird die lokale Sprache Bursheski gesprochen. Über den frischen Salat und Kohlrabi freuen wir uns.
Heute stehen wir früh auf. Das Zelt ist noch nass vom leichten Regen in der Nacht, so dass wir das Oberzelt getrennt packen. Nach dem Frühstück starten wir schon um halb 8 Uhr und gehen zügig - das finden auch die Porter. Nur ein paar kurze Pausen machen wir auf unserem Weg auf der linken Talseite des Thui Flusses mit den mächtigen Bergen auf beiden Seiten.
16. August Mushk Thui Shuchu Gachu Shotaling
Dann kommen wir zur Querung des Shushu Balchiling, ein breit gefächerter Zufluss zum Thui. Vor einem Jahr war es hier zu wasserreich für eine Querung, weshalb wir dieses Jahr so früh aufgebrochen sind. Und tatsächlich kommen wir sogar mit trockenen Füßen hinüber. Nach kurzer Zeit kommen wir an einem Zuckerhut-förmigen Gletscher, dem Shotaling, vorbei und richten nicht weit entfernt unser Zeltlager ein. Wir zelten unterhalb und freuen uns, dass das Zelt 15 Minuten nach dem Aufbau bereits vollständig getrocknet ist - die Mittagssonne macht es möglich.
Wir sehen uns den Gletscher natürlich aus der Nähe an. Allerdings ist das Besondere doch seine hübsche runde Form. Ansonsten ist es gemütliches Chillen auf 3200 m Höhe.
Am Hang entlang geht es nach einer Stunde Wandern auf die Moräne des Thui Gletschers und dann gut 3 Stunden über den Thui Gletscher. Das ist fantastisch! Tümpel und Obeflächenbäche, Gletschertische (Stein auf einer Eisspitze), die Gletscherfläche wird von Nebengletschern gespeist und von hohen Bergen eingefasst. Wir bleiben meist in einiger Entfernung hinter der Gruppe und genießen die Natur, wie sie ist, denn gefährliche Stellen gibt es nicht bei der Überquerung.
17. August Shotaling Thui Gletscher Ghashuchi
Immer wieder scheint die Sonne auf diese tolle Landschaft. Richtig schade, als wir den Gletscher wieder verlassen. Wir kommen in Gashuchi an - Zwiebelalm, nein, geographische Namen in der Landessprache sind mir grundsätzlich lieber. Die Zwiebelhalme haben den typischen Geruch, gut, dass sie eher oberhalb wachsen. Wir zelten oberhalb auf Moränen-Untergrund, das Küchenzelt ist unten näher am Wasser. Nach dem Abendessen mit leckerem Lamm ist Musikabend - auch dieses Mal tragen wir ein wenig bei und freuen uns über die angenehme Atmosphäre der Hirtenlieder.
Den Ruhetag in Gashuchi nutzen wir für einen kleinen Ausflug auf die Hochebene Kalembar Ghum. Es ist kühl und windig heute nach dem Regen am Morgen. Auf dem Hügel auf 4200 m Höhe (300 m oberhalb des Zeltplatzes) ist es ungemütlich, und die Sicht ist zu schlecht für einen Blick in Richtung Norden.
18. August Ghashuchi Kalembar Ghum
Wir gehen wieder runter, was einfacher scheint als es ist. Die Abhänge und Neigungen gleichen sich, so dass wir unsere Richtung stark korrigieren müssen, bevor es wieder problemlos wird. Na gut, ein paar Ausblicke zusätzlich gibt es dadurch, aber bei dem leichten Regen sind wir doch froh, als wir wieder zurück sind. Am Abend im Zelt hören wir ein leichtes Gewitter.
Auf unserem gestrigen Ausflug sah die Steigung auf den Thui Pass herausfordernd aus. Die Porter kennen sich hier gut aus. Der Pfad ist sehr gut, auch der Untergrund. Vor dem steilen Anstieg geht es über eine Schneebrücke über den Fluss. Dann bleibt der Pfad sehr gut, und die 600 Höhenmeter machen keine Probleme.
19. August Ghashuchi Thui Pass Gazin
Um 11 Uhr sind wir oben auf dem Thui Pass (4510 m) und freuen uns. Doch hier ist es windig, so dass wir bald auf der anderen Seite auf dem weicheren Geröll abfahren. Nach der Lunchpause geht es zunächst auf Gletschergeröll weiter abwärts am Golpigal Fluss entlang. Auch auf Erde geht es weiter abwärts bis auf 3300 m. Die Suche nach frischem Wasser und einem entsprechend passenden Zeltplatz dauert ein wenig. Der nahe Gazin Fluss ist reißend und trübe, aber sein Wasser ist doch ok. Auf einem großen Stein genießen wir den Sonnenuntergang unseres letzten Wandertages.
Zum Frühstück gibt es heute lokale Eier, sehr schön. Der Fußweg ins Gazin Dorf ist nicht weit. Nassir, Kumbar und Shahar-Khan verabschieden sich und wandern den gleichen Weg zurück, vermutlich noch heute bis Gashuchi. Wir warten noch 1 1/2 Stunden auf den 14-Sitzer Toyota 4x4 Bus.
20. August Gazin Nichage Zhupa Yarkhoon Chitral
Die Fahrt geht am linken Ufer des Gazin Flusses abwärts. Vor Zhupa wird eine Notstraße verwendet, die auch schon eine Zeit aushelfen muss. In Zhupa geht es über die Brücke über den Yarkhoon. Unterwegs braucht der Jeep-Bus einen Reifenwechsel und, wie wir das von anderen Fällen kennen, mit Reifenflicken und wieder wechseln. In Mastuj verabschieden sich Alimjan und Farasad (der Koch). Zusätzlich zu den 6 Stopps an den Check Posts erhalten wir in einem Bezirk für 10 Minuten eine Eskorte. In Chitral kommen wir erst um 22 Uhr an. Das Guesthouse liegt außerhalb an der Fernstraße, und die Dusche braucht Eimer mit heißem Wasser aus der Küche. Nunja.
Das Frühstück am Chitral Fluss im Garten freut uns. Um 9 Uhr startet die nächste Etappe unseres Heimwegs aus den Bergen nach Köln.
21. August Chitral Islamabad
2 Check Posts vor den Tunneln auf der nun vorwiegend geteerten Straße und einer danach. Dann bekommen wir wieder eine Eskorte und müssen leider dadurch mit den unterschiedlichen Mittagsplänen der Eskortierten zurechtkommen, was schlicht heißt, dass wir während des Essens der Italiener abwarten und unser eigenes Essen später in Dab bekommen. Wie wäre es wohl heute nach den Unruhen in der Nähe der afghanischen Grenze? Beim Check Post in Islamabad unterschreiben wir sogar, es wird auch der letzte sein. Das Essen in Islamabad ist wiederum nicht einfach auszusuchen, nicht optimal zumindest dieses Mal. Im Coyote Den Travellers Hostel, den Anfängen von Alex und Sama, ist es auch nicht so gemütlich. Nunja.
Nach der kurzen Nacht geht es zum Internationalen Flughafen. Beim Eintritt wieder das Ticket parat haben und lange Wartezeit mitbringen. Drinnen geht es ohne weiteren Verzug ins Flugzeug von Turkish Airlines, das allerdings 40 min verspätet startet, mit Mahlzeiten und Filmen. Beim Umsteigen in Istanbul geht es den weiten Weg von Gate B zu F, aber auch der Flug startet 45 min verspätet. In Köln laufen wir mit dem Gepäck zur S-Bahn und erreichen sie, doch sie bleibt noch 20 Minuten stehen, bevor sie fahren kann. Nunja. Um 20:15 Uhr sind wir zuhause.
Insgesamt ein gelungener Urlaub.