Schweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg vom Biderbach zum Lac de Dix

5 Wochen Wandern in der Schweiz auf dem Alpenpässeweg (Route 6) von Vella in Graubünden bis Champery in Valloise, insgesamt nur die Etappen 8 bis 39 von 43. Die dritte Woche vom Biderbach im Wallis an den Lac de Dix, also die Etappen 20 bis 27. Geschätzte Strecke 88 km mit +6180 und -6750 Höhenmeter im Auf- bzw. Abstieg und 33 Stunden auf den Füßen.

Überblick für die dritte Woche und die gesamte Tour

31. Juli Biderbach Stock Grächen

Schon am frühen Morgen gibt es heute Wolken. Der Weg bleibt abwechslungsreich mit Wald und felsigen Abschnitten und ein paar Geröllfeldern oberhalb des Saastals.

Der Schweibbach ist auch wieder wasserreich, hat aber auch eine Brücke. Die Ankündigung schlechteren Wetters beginnt nun schon, sich abzuzeichnen. Ausgerechnet auf dem sher schönen Stück am Steilhang des Stock fallen ein paar mehr Regentropfen, und wir können es nicht genießen.
Als wir zur Hannigalp kommen, ist es wieder sonnig. Dennoch buchen wir ein Zimmer in Grächen, weil später wieder Regen kommt. Der Weg nach Grächen ist eher langweilig auf breitem Schotter durch den Wald. Unten am Ortseingang ist ein Restaurant am See. Hier essen wir und gehen dann zu unserer Unterkunft. Das Fest zum Nationalfeiertag ist zum Glück nicht so laut und lang - auch durch den Regen.


1. August Grächen Sankt Niklaus Jungen Augstbordpass Gruben

Nach leckerem Frühstück im Hotel fahren wir mit dem Bus nach Sankt Niklaus und nehmen dort die Seilbahn nach Jungen. Leider ist großer Andrang für die 4-Personen-Gondel, was eine Stunde Wartezeit bedeutet.

Der Weg zum Augstbordpass ist sehr gut gepflegt, teilweise mit breiten Steinplatten. Es kommen uns viele Wanderer entgegen. Die über 900 Höhenmeter fallen nicht schwer. Ein Gespräch mit einer Schäferin am Embdbach ist sehr interessant, hier wie im ganzen Verlauf der Tour machen uns die Hirtenhunde keinerlei Probleme.
Oben am Pass (2890 m) ist es wolkig und windig, wieder einmal schade! Etwas abwärts machen wir daher erst unsere Picnicpause. Über 1000 m hinunter geht es dann nach Gruben, nicht schwierig aber doch anstrangend. Unten essen wir wieder im Restaurant, gehen danach auf dem weiteren Weg auf Zeltplatzsuche. Auf etwa 2000 m Höhe nehmen wir einen Platz an einem Baum. Kurz zuvor haben wir ein Reh gesehen, ein sehr atmosphärischer Platz.


2. August Gruben Meiden Meidpass Hotel Weisshorn Nava

Früh bauen wir das Zelt ab und frühstücken, während schon Wanderer vorbeikommen. Im Ort Meiden eiter oben wären erst die nächsten Optionen auf einen Zeltplatz gewesen, aber sicher nicht genau so ruhig.

Der Himmmel ist klar, prächtige Aussicht auf die Berge im Dom-Massiv. Doch nach 2 Stunden werden die Wolken dichter, und am Meidpass (2776 m) bleibt die große Wolke zu lange. Gleichzeitig treffen einige Wanderer von beiden Seiten ein.
Wir gehen hnunter und machen erst eine Stunde später Picnic, dann wieder mit Sonne und Blick auf einen kleinen See und Besuch von Grashüpfern - es gibt zahlreiche Abschnitte auf der Tour mit unglaublich vielen Grashüpfern. Bis zum Hotel Weisshorn müssen wir wieder aufsteigen. Dort stärken wir uns dann wieder unter anderem mit leckerem Cidre und Kalbsaufschnitt.
In Richtung Ayer und Grimentz geht es zunächst weiter aufwärts am Hang entlang mit tollem Bergpanorama - weit entfernt sogar mit dem Matterhorn. Allerdings kommt aus dieser Richtung schlechtes Wetter, wie man sieht. Daher nehmen wir gern einen geschützten Zeltplatz nahe einem Aussichtspunkt, bevor der Weg abwärts führt. Hier schlüpfen wir direkt nach dem Aufbau für 20 min ins Zelt zum Schutz vor dem Regen, danach genießen wir die Aussicht bei Abendsonne.


3. August Nava Ayer Vissoie Grimentz Bendolla Lac de Lona

Am Picnictisch am Aussichtspunkt ist das Frühstück sehr bequem und sogar sonnig.

Auch der Weg führt bequem abwärts nach Ayer, zunächst mit Panorama, dann im Wald und an den Häusern der Nava Alpages vorbei. In Ayer wird bestätigt, dass der direkte Weg nach Grimentz gesperrt ist. Der Bus über Vissoie ist eine gute Option. In Grimentz kaufen wir noch ein, bevor wir die Seilbahn hoch nach Bendolla nehmen.
Die Seilbahn-Tickets gibt es nur an einer Kasse ganz unten im Gebäude, nunja. Aber die Fahrt ist schnell und ohne Probleme. Von Bendolla aus geht es grün und felsig aufwärts. Wir gehen nicht zur Hütte Cabane Becs de Bosson, sondern zweigen zum Lac de Lona ab. Das Wetter wird schon wieder unruhiger. Wir bauen das Zelt auf, holen am zurückliegenden Bach Wasser für die Nacht und genießen die schöne Umgebung hier auf 2640 m. Der Regen kommt nicht, und einer der kleinen Vögel lässt sich endlich mal fotografieren. Wanderer und eine Mountain-Bike-Gruppe kommt vorbei, aber sonst bleiben wir ungestört, besonders ohne andere Leute mit Zelt.


4. August Lac de Lona Pas de Lona La Vielle Volovron Evolène La Giette

Schleierwolken machen den sonnigen Morgen sehr kühl, hinter dem Raubvogel ist tiefblauer Himmel. Auf dem Weg zum Pas de Lona kommen uns schon viele Wanderer entgegen, vermutlich von der Hütte, die wir oben sehen.

Sehr gute Sicht auf die Gipfel, dann kommt der steile Abstieg nach Evolene. Die Eringer-Rinder sehen kräftig und eher mürrisch aus - gut, dass sie eingezäunt sind. Wir nehmen den Weg außerhalb vom Zaun.
Der Weg im Wald ist eher langweilig. In Evolene essen wir in einem Restaurant mit schönem Gartenlokal aber nicht so tollem Essen. Der Coop-Laden ist am anderen Ende des Ortes. Von hier gehen wir quer zurück zu unserer Route 6. Das Wetter wird unruhig, der Wind wirkt sogar kurz wie Gewitterböen, aber wir finden im Tal Val d’Herens keinen guten Zeltplatz und steigen am Waldhang auf in Richtung Arolla. Nach 2,5 km kommt dann eine geeignete Wiese am Waldrand kurz vor Giette. Wir bauen direkt das Zelt auf, weil Antje vom Essen schlecht wird. Eine Bäuerin kommt mit ihren Hunden vorbei; es ist ihre Wiese. Harald erklärt die Lage, und sie bemerkt freundlich, dass wir besser die gemähte Wiese nebenan genommen hätten.


5. August Evolene La Giette Alpage de l’Etoile Louché Arolla

Antje ist noch sehr mau und schwach zumute, aber wir wandern dennoch auf dem Höhenweg weiter nach Arolla.

Pausen helfen, so dass auch spätere Optionen des Abstiegs und Busfahren nicht genommen werden. Die Höhenmeter bis über 2300 m fallen heute besonders schwer. Besonders hübsch ist es auch nicht - normale Almen.
Nur kurz vor Louché an einem kleinen grünen See ist schöne Atmosphäre. Am Lac Bleu ist es dann sehr rummelig. Hier kommen viele Tagesausflügler her; die Fotoauswahl zeigt das nicht. Eine Möglichkeit zum Essen gibt es dennoch nicht, also wandern wir weiter nach Arolla. Dieser Abschnitt ist sehr anspruchsvoll, immer wieder steil aufwärts und ein wenig abwärts. Heute macht das keinen Spaß, zumal der schicke Dent Blanche aus dem Wald heraus nicht mehr zu sehen ist.

In Arolla bieten die Restaurants erst in ein paar Stunden Essen an. Daher gehen wir noch hoch zum Grand Hotel. Hier ist es zwar genauso, aber wir bleiben zum Bier und reservieren für das Abendessen. Nach einem netten Gespräch mit zwei Wanderern aus Deutschland und Österreich, wohnhaft in der Schweiz, suchen wir uns vom Hotel aus einen Zeltplatz. Wir finden ihn gut versteckt auf dem erweiterten Gelände des Hotels im Wald. Das Essen kann auch Antje schon wieder richtig genießen - puh, das schlechte Essen aus Evolene gut überstanden!


6. August Arolla Col de Riedmatten Lac des Dix

Stress am frühen Morgen an diesem idyllischen Platz im Wald: Der Kocher ist kaputt, genauer: das Gewinde. Kein Versuch gelingt. Kein Kaffee heute, aber wie geht es weiter? Wir sehen auf der Karte ein kleines Bergsportgeschäft in Arolla, stellen unsere Rucksäcke am Grand Hotel ab, und haben tatsächlich riesiges Glück: Es gibt einen Primus Kocher.

Sehr erleichtert, dass wir nicht komplett umplanen müssen, wandern wir nun los; es ist schon 11 Uhr. Und es geht steil bergauf zum Col de Riedmatten. Als der Weg weniger steil auf den Pass führt, ist es doppelt belohnend mit dem Blick auf die Pigne d’Arolla, den Mont Blanc de Cheilon und die ganzen Gletscher.
Alle Wanderer, die vorher mit uns hoch gingen und uns entgegenkommen, sind am Col de Riedmatten auf 2905 m verschwunden. Wir sind allein und genießen unser Picnic sogar mit Sonne. Der Abstieg vom Pass ist mit Ketten gesichert, und man braucht sie auch.
Auf dem anschließenden Weg am Felshang entlang kommen uns die Gesprächspartner von gestern entgegen; sie waren früh gestertet und kommen von der Hütte Cabane des Dix zurück, die wir von oben gut sehen konnten. Danach geht es steil abwärts auf Gletschergeröll. Für Ablenkung von der Anstrengung und Konzentration sorgt ein junger Steinbock. Der Blick auf den Gletscher ist beeindruckend. Der Weg bleibt geröllig, wird aber flacher unterhalb des Gletschers. Die Gletscherbäche sind milchig, aber auf dem Hang wachsen schon wieder Pflanzen. Hier zweigt links der Weg zur Cabane des Dix ab. Dort mag es sehr schön sein mit ihrer Lage nah an den Gletschern, aber wir sind erschöpft. Zum Lac des Dix hinunter ist es wieder steiler.
Bevor wir zu tief ans Ufer hinunterkommen, finden wir an einem klaren Bach einen guten Zeltplatz. Hier können wir uns gut ausruhen. In der Nähe am Hang tauchen bald Steinböcke auf, fressen dort, ruhen sich aus, kämpfen auch ein wenig, und lassen sich von uns überhaupt nicht stören - fantastisch! Und der Raubvogel könnte ein Adler sein.

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