Marokko - Ostern im Anti-Atlas
15 Tage in den Bergen im Anti-Atlas und am Meer in Imsouane.
28. März Agadir Tafraoute Tandilt
3 Nächte zu Beginn in Tafraoute Tandilt mit Tageswanderungen.
29. März Tafraoute Tandilt Tazka
Die Gas-Kartusche gibt es in Tafraoute in einem Shop für Baumaterial. Die Tageswanderung zu den bunten Felsen ist wunderbar und wir sehen Felsenspringer (Gazellen).
30. März Tafraoute Tandilt Tahala Adrar Tammant Aguerd Oudad Chapeau de Napoleon
Der Saharastaub trübt die Sicht am Sonntag auf unserer Wanderung auf den Tahala Peak. Am Hut Napoleons sind wir dann wieder fast allein in der schönen Felsenlandschaft südlich von Tafraoute.
31. März Tafraoute Tandilt Ait Baha Ifghel Ait Sidi Yahia
Am ersten Tag der 7-Tage Wanderung aus dem Cicerone Wanderführer Walk and Scrambles in the Moroccan Anti-Atlas lassen wir uns mit dem Taxi nach Ait Baha bringen. Der erste Abschnitt auf der Teerstraße ist langweilig, aber ab Ifghel bringen Mohnfelder Farbe ins Speil und die Landschaft mit ihren Terrassenhängen wird hübsch. Hier gefällt uns eine Picnicpause und wenig später suchen wir uns nahe Ait Sidi Yahia einen Zeltplatz auf einer Terrasse, gut sichtgeschützt vom Weg. Wir waschen uns im Bach. Alles wunderbar, nur am Abend kommt plötzlich ein Dorfbewohner auf dem Pfad auf der Uferböschung, telefoniert und ein weitere kommt. Er sieht sich zuständig für unsere Sicherheit, sagt, dass wir hier nicht zelten dürfen, lässt uns nach dem Fotografieren der Pässe aber dann doch in Ruhe.
1. April Ait Sidi Yahia Tizi N’Takoucht Jebel Tikwyene Jebel Taskra
Am zweiten Tag der Wanderung geht es mit den Aufpassern weiter. Der Polizist kommt mit seinem Mofa kurz zu uns und spricht mit uns und fährt zurück, wie er gekommen ist. Aufregend ist heute auch der Verlust der Powerbank, doch wir suchen und finden sie dort, wo das letzte Blumenfoto gemacht wurde. Am Ende der Picnicpause kommt wieder ein Aufpasser zu uns, zeigt den über WhatsApp gesendeten englischen Text, dass wir schnell weiter wandern sollen, weil hier das Zelten nicht erlaubt ist. Etwas später lässt sich ein netter älterer Mann mit Feldstecher nicht davon abbringen, uns auf dem gut sichtbaren Weg über die nächsten 2 km zu führen. Wir bitten ihn mehrfach, dass er umdrehen soll, bis er einwilligt. Doch noch vor dem Gipfel des Jebel Taskra ist der nächste Aufpasser bei uns, wir telefonieren sogar mit seinem Chef auf Englisch. Sie wollen uns zu unserer Sicherheit in den nächsten Ort bringen. Wir möchten das nicht. Doch nach dem Gipfel auf einer vorgelagerten Hochebene wartet dann zusätzlich der Chef selbst auf uns und redet wieder auf uns ein. Nun bleiben wir weiter stoisch und am Ende erfolgreich, weil Antje zu müde ist und hungrig und es zu spät und weit ist. Yeah! Er springt über seinen Schatten und lässt uns heimlich dort zelten. Die Herde Bergrehe sehen wir leider nicht noch einmal, nur vorher kurz, aber der Sonnenuntergang und die Ruhe hier sind ein großer Genuss.
2. April Jebel Taskra Tidenghi Imi Wandrat Maghoust Schlucht Tagzen Ait Iftene
Am Morgen können wir im Windschatten die Sonne genießen und steigen steil zum Dorf Tidenghi ab. Bei der Suche nach dem Weg unterstützt uns eine ältere Frau, die gesammelte Pflanzen in ihrem Korb auf dem Rücken hinunter trägt. Im Ort ist niemand zu sehen, auch nicht die Aufpasser von gestern. In Imi Wandrat füllen wir unsere Wasservorräte auf. Als wir weiter unten wieder die Straße verlassen, wartet dort bereits ein Mofafahrer und folgt uns mit Abstand ins Gelände, sucht aber kein Gespräch. Der Weg führt an einem Hang entlang und hinunter zu einem Bachlauf, den wir auf Steinen überqueren. Das wird nur von weit oben beobachtet; fortan sind wir wieder allein. Einmal auf und ab, dann kommt ein einladender Bach, an dem wir uns frisch machen und pausieren. Eine junge Frau mit Esel geht an uns vorbei in unsere Richtung und bietet Rucksacktransport an. Nein, wir wandern allein weiter, müssen an der Mühlen-Ruine einen begehbaren Weg finden - oberhalb links, nicht mit Gebüsch über den Bach. Von hier zieht sich der Weg im Bogen den Hang hinauf bis hinüber zur Schlucht. Hier ist es sehr schön; mit Blick in die Schlucht essen wir Picnic. Der Weg führt nun hinunter und durch einen engen Teil der Maghoust Schlucht, teilweise mit kleinen Felsentunneln, auf großen Steinen hinüber zur anderen Seite und kurz steil hoch, um dann wieder am Hang entlang aus der Schlucht zu kommen. Sehr schick.
Nun ist es ein Flusstal, das wir im Bogen entlang gehen bis zur Straße. Was geschieht dort wohl? Klar! Ein Aufpasser Chef im Auto spricht mit uns, sagt wieder viel zu Sicherheit, so weit wir sein Französisch deuten. Nachdem er abgewimmelt ist und anscheinend einverstanden, das wir weiter gehen und nicht unbedingt zur Gite Ksar Rock gehen. Auf WhatsApp zeigt er uns prüfend aber die Fotos von unseren Pässen - soso, die Übermittlung entlang der Strecke klappt. Der zweite Aufpasser mit Mofafolgt uns im Abstand, so lange wir auf der Straße gehen. Als der Weg ab Bach entlang abzweigt und die Straße parallel erhöht weiterführt, sehen wir ihn nicht mehr. Hier ist es wieder sehr schön. An einer Gumpe gibt es sogar einen Zugang. Wir baden und chillen in den frühen Abend hinein und wissen nicht, ob wir noch beobachtet werden. Das klärt sich aber, als wir einen hübschen unauffälligen Platz für unser Zelt entdecken und es aufbauen. Zack! Da steht der Mofa-Aufpasser auf dem Felsen über uns “Interdit - interdit!”. Warum sollte es hier verboten sein? Sonst war nur von den Bergen die Rede. Wir bleiben wieder stoisch, fangen an zu kochen. Aber der Chef kommt natürlich dazu - wie gestern. Und die beiden lassen sich nicht bequatschen, sondern bleiben ihrerseits hart und schlicht in unserer Nähe. Mist, dann packen wir wieder alles ein, nehmen auch das Essen im heißen Topf mit und werden zu einer sehr einfachen Gite Idir Kasimi in Ait Ifthene gebracht. Die Verhandlung des Aufpasser-Chef mit dem Herbergsvater dauert etwas - nunja, wir würden ja auch abseits zelten. Aber wir schlafen in einem Matratzen-Raum, vermeiden nach Möglichkeit den Gang zur ekligen Toilette, essen und schlafen dann.
3. April Ait Iftene Jebel El Kest
In der Gite füllen wir am frühen Morgen nur das Wasser auf und beginnen den Aufstieg im Bergschatten. Erst nach einer Stunde auf 1800 m Höhe sind wir in der Sonne und frühstücken gut gelaunt. Dass wir bis zum Abend und sogar bis zum Ende der Tour keinen Aufpasser mehr treffen, wissen wir jetzt noch nicht. Der weitere Aufstieg von Norden auf den Jebel El Kest ist faszinierend. Der schönste Abschnitt führt auf einer Felsstufe am steilen Hang auf den Pass hinauf. Noch nirgends sind Menschen zu sehen, auch nicht auf dem Nordgipfel (2343 m). Zum Südgipfel geht es nochmal kurz steil abwärts, bevor wir die Flanke erreichen und wenig später knapp vor einem jungen Mann aus Aachen auf dem (Süd-)Gipfel (2359 m) ankommen. Eine nette Unterhaltung, die kurze Erscheinung eines lokalen Wanderers (oder Aufpassers?), dann wieder allein Picnic, wunderbar. Etwas tiefer suchen wir uns direkt einen guten Platz für das Zelt und bauen es auf. Niemand stört sich, eine britische Radlerin und Wandererin erzählt ihre Sturzflut-Geschichte von vor einer Woche. Wir genießen den Abend.
4. April Jebel El Kest Tagdicht Tamaloukte Ammeln Tal Tandilt
Bei Sonne mit Schleierwolken gehen wir nach schönem Frühstück weiterhin unbehelligt auf dem Weg aus dem Rother Wanderführer hinunter nach Tagdicht. Die beiden Versionen aus dem Cicerone scheinen uns unwegsam. In Tagdicht wartet kein Aufpasser mit Fragen, weiter gutes normales Wandergefühl. Bevor wir die Straße verlassen, machen wir noch eine Picnicpause mit Ausblick in die schroffe Felsenlandschaft. Im Ort Tamaloukte finden wir nicht gleich den richtigen Weg. Danach geht es hübsch durch die Orte des Ammelntal an der Bergkette entlang zu dem Hostel der ersten 3 Nächte.
5. April Ammeln Tal Tandilt Oumesnat Imi Tizeght Anbdour Amarkhssin Mqorn
Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse im Hostel gehen wir weiter durchs Ammelntal, kaufen Brot in Oumesnat und warten in Anbdour ein paar Regentropfen ab. Nun queren wir die Landstraße und sind aus dem Tal in die Landschaft am Fuß des Adrar Mqorn unterwegs. In jeder Ortschaft können wir unser Wasser auffüllen; es sind kaum Menschen zu sehen. Das Wetter wird unruhiger, doch einen gut geschützten Platz fürs Zelt finden wir nicht so leicht. Der Wind ändert seine Richtung, wird stärker und trifft auch unser Zelt. Kochen können wir an einer windgeschützten Stelle, im Zelt ist es zunächst auch gemütlich.
6. April Mqorn Mansour Plateau Taghaout Ait Mansour Tafraout
In der Nacht wird der Wind immer stärker. Wenigstens ist der Regen nur kurz am späten Abend. Der Wind drückt das Zelt immer wieder auf unsere Köpfe. Mithilfe eines Wanderstocks bleibt es zwar weitgehend in seiner normalen Position, doch das Innenzelt bekommt bei einer sehr starken Böe ein Loch. Großer Mist - das neue Zelt. Wir beschließen abzubauen und im Dunkeln um halb 6 Uhr zu starten, anstatt die unruhige Nacht-Nichtruhe fortzusetzen. Auf dem Mansour Plateau ist der Wind am stärksten. Doch in Bewegung ist es angenehmer als im Zelt, auch wenn wir ein wenig kämpfen müssen. Es wird hell, in Tagouramt ist es mit Straßenlaternen, Hunden und Moscheebesuchern noch gespenstisch, aber in Taghaout gibt es dann Wasser, das milchig aussieht, allerdings nur durch Luftbläschen. Der Pfad führt wunderschön durch wilde Rapswiesen mit hübschen knorrigen Bäumen und einem ruhigen Platz fürs Frühstück. Eine kleinere Schlucht führt auf die Mansour Schlucht zu. Dort gehen wir nur ein Stück auf der Straße, die Hunde bei den Schafherden sind friedlich, dann führt der Weg sehr schön oberhalb. Hier genießen wir, dass die Sonne herauskommt, aber erst nach einer Snackpause. Auf der Straße entdecken wir einen großen toten Skorpion. Der Weg führt wiederum erhöht hinter einer Felsnase in eine Nachbarschlucht und weiter am Ort Ait Mansour vorbei, bevor wir dorthin absteigen.
In dem Guesthouse des Ortes bekommen wir auf der sonnigen Terrasse ein leckeres Berber-Omelette. Ein französisches Paar bietet uns die Mitfahrt nach Tafraoute an. Das nehmen wir gern an, unterhalten uns gut auf der erstaunlich langen Fahrt im Wohnmobil. Unser Auto war gut geparkt, und nach ein paar Einkäufen geben wir das Zelt zum Nähen an unseren Chef der Unterkunft. Ein Getränk auf dem Marktplatz, ein Bummel durch die Marktstände und ein Abendessen im Restaurant. Ein erholsames Ende eines Tages mit aufregendem Start.
7- April Tafraout Ait Mansour
Eine Tageswanderung auf der Westseite der Mansour Schlucht - wunderschöne Landschaft. Und ein gelungener Zeltplatz abseits der Straße im Tal.
8. April Mansour Schlucht Falfil Aguerd Imlalen Isli N’Tarielt
Noch eine Tageswanderung über Grate auf der Ostseite der Schlucht. Und noch eine Nacht an gleicher Stelle.
9. April Mansour Schlucht Afilal Tizi Ou Manouze Tiznit
Auf dem Weg an die Küste machen wir noch eine Tageswanderung in Tizi Ou Manouze. Oben auf dem Gipfel erwartet uns noch einmal eine Felsenspringer-Gazelle und ein paar Schmetterlinge. In Tiznit haben wir eine hübsche Unterkunft und schlendern einmal durch die Gassen der Altstadt.
10. April Tiznit Sidi Rabat Tamraght Imouran Borj Daou Imsouane
Auf der Fahrt von Tiznit nach Imsouane stoppen wir für einen Spaziergang am Strand von Sidi Rabat. In dem Naturschutzgebiet sind die wenigen Flamingos aber weit entfernt. Nahe Tamraght essen wir, und in Borj Daou chillen wir nochmal am Strand.
11.+12. April Imsouane
In Imsouane sind natürlich viele Menschen unterwegs, nicht nur die Surfer. Aber ein wenig gelingt es, in beiden Richtungen einsame Stellen an der Küste zu finden.