Schweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg von Vella zum Passo del Corno

5 Wochen Wandern in der Schweiz auf dem Alpenpässeweg (Route 6) von Vella in Graubünden bis Champery in Valloise, insgesamt nur die Etappen 8 bis 39 von 43. Die erste Woche von Vella in Graubünden bis zum Passo del Corno an der Grenze vom Tessin und Italien, also die Etappen 8 bis 13 (Anfang 14). Geschätzte Strecke 109 km mit +6350 und -5650 Höhenmeter im Auf- bzw. Abstieg und 37 Stunden auf den Füßen.

Überblick für die erste Woche und die gesamte Tour

17. Juli Köln Olten Chur Ilanz Vella Tiers Obersaxen

Die Bahn teilte uns ein paar Tage vor dem Start mit, dass unser gewählter Zug nicht klappt. Also starten wir eine Stunde früher, um eine halbe Stunde früher am Zielort in Ilanz zu sein. Wider Erwarten passiert genau das, sogar der Bus von Ilanz nach Vella bringt uns pünktlich ans Ziel. Nur die Regentropfen trüben die Wanderlaune an diesem Freitagnachmittag.

Wir haben uns nicht viel vorgenommen, und es bleibt trocken mit ein wenig Sonnenschein. So fällt uns der Aufstieg nicht schwer. Der Blick auf die Berge und sogar auf den ersten Gletscher bedeutet direkt Erholung. Hier auf 2000 m schauen wir uns nach Wasser um, fragen eine Einheimische, und finden etwas unterhalb bei Häusern, was sie uns beschrieb. Um die Häuser ist ein Elektrozaun gegen Rinder aufgestellt. So haben wir zwischen den Häusern einen gut geschützten Zeltplatz. Das neue Zelt macht sich nach dem Test vor einer Woche auch in den Bergen gut. Die Sonne bringt immer mal wieder schöne Urlaubsstimmung, und die Rinder schauen neugierig zu uns, wenn sie an die Tränke gehen. Die Wettervorhersage mit Gewitter und Hagel bewahrheitet sich nicht, nur ein Wenig Regen in der Nacht.


18. Juli Obersaxen Piz Sezner Vrin

Beim Frühstück in der Sonne haben wir Besuch von einem - ja was ist es? - Mini-Marder, der sein Junges aus dem Haus bringt und in die Sonne legt, vertrauensvoll nah zu uns. Nach dem Frühstück setzen wir uns bei Regen nochmal ins Zelt und starten erst um 10 Uhr. Bis 12 Uhr gehen wir weiter aufwärts zum Gipfel Stein und zum Piz Sezner 2310 m. Hier ist nun Nebel oder eine Wolke und schlechte Sicht, noch dazu eine Familie. Daher geht es direkt runter mit leichtem und dann kurzem stärkerem Regen.

Bei Sonne machen wir an einer Wiese mit Mountainbike-Trail die Picnicpause, nein, wir kochen direkt und bauen das Zelt auf. Tatsächlich kommt der erwartete Regen während des Essens, und noch während des Regens macht die Sonne das Zelt zu warm. Naja, wir packen trocken wieder ein und gehen weiter runter, bleiben aber vor Vrin auf einer geeigneten Wiese an einer verfallenen Scheune, weil es bald wieder Regen gibt.


19. Juli Vrin Lumnezia Puzzatsch Pass Diesrut La Greina

Vrin heißt auch Lumnezia. Nach einem ähnlichen Frühstück-Regen-Gemisch wandern wir durch all seine kleinen Ortsteile. Der Bus kommt erst später, und unterwegs sehen wir, dass er voll ist. Am Parkplatz Parvalsauns starten einige andere Wanderer, alles Schweizer. Von 1660 m geht es bei 1900 bis 2000 m durch eine Wolke und weiter aufwärts mit mehr Sonne als Wolken auf den Pass Diesrut (2433 m).

Ein wenig nach dem Pass machen wir Picnic in der Sonne, finden es aber trotzdem kühl. Es geht wieder abwärts zur Punta la Greina, einer Hängebrücke über eine tolle Schlucht. Der Weg ist hier schmal und abwechslungsreich, die Sonne strahlt zum Glück immer wieder.

Zur Hütte Camona da Terri auf ihrem Hügel gehen wir nicht, sondern gleich weiter aufwärts entlang eines Bachlaufs mit kleinen Seen mit Wollgras. An der Grenze von Graubünden zum Tessin haben wir Ausblick auf die Wiesenlandschaft La Greina und die umliegenden Berge.
Hier bleiben wir, bauen das Zelt etwas oberhalb vom Weg auf und genießen den Nachmittag und Abend.


20. Juli La Greina Capanna Scaletta Baselga Campo Blenio Orsaira

Unser Zelt ist am frühen Morgen nass, ohne dass es geregnet hat. Viele Wandergruppen bleiben genau unter unserem Zeltplatz stehen, naja, nicht nur weil man hier einen schönen Ausblick hat. Auf dem Weg kommt zuerst ein steiler mit Ketten gesicherter Abstieg auf Fels zum Wasserfall. Dann geht es einfach hinunter auf die Hochalm, die in den 1950er Jahren fast zum Stausee geworden wäre.

Hier gehen wir unabsichtlich zu weit auf die Alm, aber der Weg auf dieser Seite der Schlucht ist wahrscheinlich schöner und näher an der Schlucht entlang; ein Murmeltier lässt sich gut beobachten. In jedem Fall geht es sanft bergauf zum Passo della Greina (2356 m) und auch wieder sanft hinab zur Capanna Scaletta, bei der wir nicht einkehren, sondern in der Nähe unser Picnic mit Ruhe und schöner Aussicht auf den Talschluss genießen.
Am Bach Brenno della Greina mit einigen Wasserfällen und Gumpen geht es abwärts. In Baselga gehen wir in den Biergarten bei einer Kinder MTB-Anlage. Leider gibt es nur Getränke und etwas zum Knabbern. Trotzdem ist es die richtige Wahl, weil es in Campo Blenio kein Restaurant gibt. Wir gehen von dort wieder bergauf, füllen in Orsaira Wasser auf und finden in der Nähe an einem Bach einen sehr schönen Zeltplatz.


21. Juli Orsaira Capanna Bovarina Passo di Gana Negra Alpe Casaccia Pian Prabuair Columbe

Nach dem malerischen Frühstück am Bach in der Sonne geht es aufwärts. Bis zur Hütte Capanna Bovarina hören wir Baulärm. Wenigstens ist es dort ruhig und wir unterhalten uns gut mit dem Appenzeller Paar Sonja und Thomas, die auf dem Alpenpässeweg viel schnller unterwegs sind, aber auch meist zelten.

Nun außerhalb des Waldes ist es schöne grüne Berglandschaft beim Aufstieg zum Passo di Gana Negra (2430 m). Nach dem Picnic geht es wieder abwärts. Hier sehen wir Edelweiß und andere hübsche Blumen.
Von der Alpe Casaccia wandern wir wieder bergauf auf die zackig felsigen Columbe zu. Hier in der grünen felsigen Landschaft finden wir einen schönen Zeltplatz. Allerdings nutzen wir hier die Möglichkeiten des neuen Zeltes für die Windstabilität. Für unser Abendessen suchen wir uns einen Platz mit lange genug Sonne.


22. Juli Columbe Capanna Cadagno Lago Ritom Altanca Madrano Airolo Alpe Pescum Val Ruino

Heute scheint die Sonne mit klarer Sicht. Nach dem Frühstück wandern wir aufwärts weiter mit Blick auf die Columbe, an denen wir vorbei zum Passo delle Columbe (2380 m) kommen. Der Lago del Campanitt hier oben wäre auch als Zeltplatz geeignet. Wir gehen abwärts über Grün zum Lago Romit. An der Capanna Cadagno gibt es nichts Passendes zu Essen.

Am Lago mit seinem tiefen Wasserstand und entsprechnd interessanter Sandbank-Landschaft gehen wir auf der Südseite entlang bis zur Staumauer. Auch hier ist das Restaurant nicht einladend. Nun geht es steil durch den Wald nach Altanca. Die Osteria auf der Openstreetmap-Karte ist keine mehr, der Bus in 10 min fährt nicht am Mittwoch. Also zügig weiter auf Straße und Weg nach Airolo.
Dort kaufen wir ein und fahren mit dem Bus zur Seilbahn und mit dieser auf die Alp Pescum. Leider hat das Restaurant dort schon die Küche geschlossen. Auf dem Hang am Weg machen wir die Picnicpause ohne den Autobahn-Lärm aus dem Tal. Kurz nach dem Val Ruino finden wir einen guten Zeltplatz.


23. Juli Val Ruino San Giacomo Capanna Corno-Gries Passo del Corno

Nach dem sonnigen Frühstück sehen wir vom Wanderweg aus eine Gemse. Im weiteren Verlauf wird das Panorama immer besser. Es geht nur leicht auf und ab am Hang entlang.

Vor einem steileren Aufstieg suchen wir uns einen hübschen Picnicplatz. Hier kommen viele Mountainbiker vorbei. Danach haben wir auch nach vorn weite Sicht. Die Hütte Capanna Corno-Gries ist aber noch sehr weit weg. Die Autos auf der Straße zum Nufenenpass hört man zum Glück nicht so oft.
Der beeindruckende dunkel zackige Nufenenstock oberhalb der Hütte kommt nun näher, aber bis zur Hütte dauert es noch. In der Hütte essen wir viel und lecker, weichen vor dem Wind auf der Terrasse hinter die Hütte aus.
Hier unterhalten wir uns noch nett mit Birgit aus Köln-Brück. Sie kam gerade vom Passo del Corno herunter. Wir brauchen von der Hütte nur 45 min hoch (2494 m). Dort etwas unterhalb am See finden wir einen Zeltplatz und freuen uns, dass der Wind hier nicht stark ist.

Schweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg vom Passo del Corno zum BiderbachFrankreich - Pfingsten an der Opal-Küste bei Calais