Schweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg vom Passo del Corno zum Biderbach

5 Wochen Wandern in der Schweiz auf dem Alpenpässeweg (Route 6) von Vella in Graubünden bis Champery in Valloise, insgesamt nur die Etappen 8 bis 39 von 43. Die zweite Woche von Passo del Corno an der Grenze vom Tessin und Italien an den Biderbach im Wallis, also die Etappen 14 bis 19 (Anfang 20). Geschätzte Strecke 108 km mit +5350 und -6080 Höhenmeter im Auf- bzw. Abstieg und 38 Stunden auf den Füßen.

Überblick für die zweite Woche und die gesamte Tour

24. Juli Passo del Corno Griespass Lago Morasco Passo di Nefelgiu Lago Vannino Rifugio E. Margaroli Alpe Curzalma

In der Nacht strahlt ein Licht wie von einem Leuchtturm nicht auf unser Zelt; es ist schön ruhig.

Nach dem Frühstück gehen 3 Steinböcke auf dem Geröllhang oberhalb vorbei, ruhig, langsam und auch ein wenig fressend. Ein Paar, das wohl etwas oberhalb gezeltet hat, geht baden. Wir brechen auf, machen Fotos von der schönen Aussicht auf den Griessee nach dem Passo del Corno (2494 m) und am Griespass (2498 m).
Von hier sind wir in Italien, und es geht hinunter zum Griesbach und an den schönen Wasserfällen entlang zum Lago Morasco. Kurz davor hängt eine Seilbahn-Gondel unbewegt am Seil, und die Passagiere werden abgeseilt. Um den See gehen wir westlich, weil die Staumauer gesperrt ist. Hier finden wir trotz einiger Wanderer und Badegäste einen schönen ruhigen Picnicplatz an Bach und See. Von hier geht es wieder steil aufwärts und weiter und weiter. Der Passo di Nefelgiu ist 2586 m hoch.
Der Weg hinunter zum Lago Vanini und dem Rifugio E. Margaroli ist steil aber ungefährlich. Das Essen im Rifugio genießen wir zu italienischen, also deutlich niedrigeren, Preisen. Von dort gehen wir nicht mehr weit und finden auf der Alpe Curzalma einen guten Zeltplatz.


25. Juli Alpe Curzalma Scatta Minoia Albrunpass Binntalhütte Binnbach

Die frühen Wanderer sehen uns nicht, wobei wir auch früh dran sind heute. Am Pass Scatta Minoia (2599 m) treffen wir Juliette und Thomas aus Liege, die auf Hochzeitsreise sind. Nach dem Genuss des weiten Ausblicks gehen wir gemeinsam abwärts und wir erfahren, dass die beiden in ihrem Sabbatical mit einer Fahrradreise mit großem Anhänger weiter machen werden. Sie werden in dem Anhänger schlafen und in den Dörfern mit seinem Cello und ihrer Harfe Musik machen.

Machen wir einen Abstecher tiefer nach Italien mit Ziel Crampiolo südlich vom Lago di Devero? Nein, dort wird das Wetter auch schlechter, also auf dem Alpenpässeweg wieder in die Schweiz.
Es geht hoch zum Albrunpass (2420 m) und über die Grenze in den Kanton Wallis und ein wenig abwärts zur Binntalhütte. Hier gibt es Rösti und auf dem Weg ins Binntal hinunter schicke Kreidefelsen und Wasserfälle.
Bei den ersten Rindern kommt eine Kuh entschlossen auf Antje zu. Zum Glück ist eine Wandergruppe mit uns und hilft beim Standhalten und Durchgehen. Im weiteren Verlauf wird das bei der Zeltplatzsuche mit berücksichtigt: keine Rinder. Am Binnbach ergibt sich ein guter Pausenplatz. Von hier aus schauen wir uns auch an den Hängen und Waldstückchen um, aber nahe bei ist dann doch der beste Platz. Gut dass wir die Pause so schön verbracht haben, denn bald wird das Wetter wirklich schlechter: ein einzelner Donner und längerer leichter Regen.


26. Juli Binnbach Binn Sickerchäller

In der Nacht fällt kein Regen, aber am Morgen sind wir in der Wolke; das bedeutet auch Niederschlag.

Unten in Binn ist es trocken. Nach dem Einkauf bei Volg essen wir noch, bevor es weiter in Richtung Saflischpass geht.
Auf den Wiesen beim Sickerchäller tollen junge Murmeltiere herum. Wasser gibt es auch. So müssen wir nur nach etwas Windschutz suchen für den Zeltplatz. Zwar gelingt das, aber es ist im Vergleich dennoch der schlechteste (schrägste) Zeltplatz der Tour.


27. Juli Sickerchäller Saflischpass Fleschboden Bortelhütte

Die Sonne scheint nur ein wenig beim Frühstück, aber das Zelt ist trocken.

Wir wandern nun 500 Höhenmeter auf den Saflischpass (2563 m). Hier oben gibt es auch ein paar gute Zeltplätze, aber ohne Sonne ist es hier sehr kalte. Die Handschuhe kommen zum Einsatz. Die Sicht auf diesem grünen Pass ist eingeschränkt, und auch mit nachlassendem Wind bleibt es noch ungemütlich.
Auf dem Weg hinunter zum Fleschboden wird es sonnig und der Blick in die ferne Bergwelt wird klar. In der Hütte stärken wir uns. Hier weichen wir erstmals vom Alpenpässeweg ab, weil wir nicht nach Rosswald absteigen müssen. Der Weg direkt nach Stafel führt an einer Suone (Wasserkanal, französisch bisse) entlang und ist fantastisch. In der Bortelhütte nehmen wir noch ein Stück Kuchen, dann schauen wir aber schon bald nach einem Zeltplatz.
Nicht weit von einem schicken Wasserfall findet sich unterhalb des Weges eine schöne Wiese. Wir genießen aber erstmal die Sonne am Wasserfall. Dann kommen wir in den Genuss eines wunderschönen Sonnenuntergangs.


28. Juli Bortelhütte Simplonpass Kulm Bistinepass Obers Fulmoos

Noch ein wunderschöner klarer Tag. Wieder führt der Weg mit viel Panoramasicht am Hang entlang.

Leider machen wir nicht den mutigen Umweg über den Kaltwasserpass (2775 m). Beim Abstieg zum Simplonpass und dem langen Abschnitt auf der Autobahn-Galerie ärgern wir uns, erst recht, weil am Pass kein Laden oder ansprechendes Restaurant existiert.
Wir machen eine Picnicpause etwas später, bevor es dann hoch zum Bistinepass geht. Hier und auf dem nachfolgenden Weg am Hang ist es wieder ein fantastischer Ausblick in die Berglandschaft des Nanztals. Am Obers Fulmoos finden wir sehr nah an einem lauten Wasserfall einen gutes Zeltplatz.


29. Juli Obers Fulmoos Gibidumpass Gspon Finilu Eisten Ahorn

Heute ist es bedeckt zum Frühstück aber trocken. Der Abschnitt über das Obers Fulmoos ist sehr schön.

Hierher schauen wir vom weiteren Weg am Hang über dem Nanztal noch einige Male zurück. Doch die Bäche und Felsen am Weg sind auch schick.
So kommen wir zum Gibidumpass, und wir haben wieder das beeindruckende Bergpanorama mit dem auffällig spitzen Bietschhorn vor uns und dem Aletschhorn mit seinem großen Gletscher (dem größten der Schweiz) rechts auf der anderen Seite des Rhonetals. Heute sind die Berge größtenteils in Wolken verborgen - gut, dass wir wissen, wie sie aussehen. Am Pass finden wir einen guten Picnicplatz und sehen beim Aufbruch einen Raubvogel - viel zu seltener Anblick bei der ganzen Tour - und eine Kröte.
Vom Pass geht es bergab? Denkste - hier nicht. Der Weg nach Gspon führt nur noch ein kurzes Stück offen und dann im Wald meist bergauf bis zum Sädolti, der höchsten Stelle des Weges. In dem autofreien Dorf Gspon bekommen wir nur Kuchen und werden sogar von einer motorgetriebenen Maschine gestört. Der weitere Weg in Richtung Saas Grund geht weiter in gleicher Höhe auf und ab. Als wir schon fast an unserer Zuversicht auf einen guten Zeltplatz zweifeln, kommt die Hütte mit dem Schild “Schwarzwald”. Es gibt Wasser und eine ebene Fläche neben der Hütte - perfekt. Das Abendessen gibt es auf einer Bank in der Abendsonne mit Ausblick.


30. Juli Eisten Ahorn Saas Grund Saas Fee Biderbach

An unserer Hütte ist noch keine Sonne; daher wandern wir ohne Frühstück los und freuen uns nach 40 min auf einer sonnigen Alm über einen guten Platz. Zum Glück trüben 3 andere Wanderer an der nahen Hütte die Freude nicht zu sehr. Der Höhenweg nach Saas Grund ist fantastisch. Als Kölner sind wir natürlich begeistert vom Ausblick auf den Dom, den mit 4545 m höchsten Berg, der ganz auf dem Gebiet der Schweiz steht.

Wald mit Felsen und Bächen, ein paar Geröllfelder sind bei sonnigem Wetter mit klarer Sicht eine Wonne. Das bleibt von den ersten Häusern am Weg bis zum Ort im Tal so. Das Essen in Saas Grund schmeckt uns hervorragend; wir haben amerikanische Küche gewählt.
Beim Campingplatz müssen wir zwar in der Schlange an der Rezeption warten, bekommen dann aber eine neue Gas-Kartusche und wandern von hier auf dem Kapellenweg hoch nach Saas Fee. Hier sind wir froh, nach dem Einkauf und dem Rummel mit wahrhaftig Massen an Touristen wieder allein auf dem Wanderweg zu sein. Der Weg ist hier öfter unbequem über Geröllfelder und sieht gar nicht nach Zeltplatzgegend aus. Sehr faszinierend ist die Röhre durch die wir unter dem reißenden Biderbach hindurch gehen. Es folgt ein felsiger Abschnitt, bevor wir unterhalb bei Scheunen die Möglichkeiten zu erkennen versuchen. Aber gar nicht so weit abwärts finden wir unser Fleckchen fürs Zelt. Zum Abendbrot gibt es ein leckeres Quöllfrisch Bier.

Schweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg vom Biderbach zum Lac de DixSchweiz - Wanderung auf dem Alpenpässeweg von Vella zum Passo del Corno